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Wie wir die Siuation sehen
Was wir als entscheidende
Fehlleistungen bezeichnen:
Staatsversagen
Ein Versagen des Staates liegt dann vor, wenn die Politik des Staates die Lebensfunktionen einer Gesellschaft nicht mehr gerecht aufrechterhalten kann.
Die nichtrepräsentative Demokratie
Im Prinzip bedeutet Demokratie
»eine Stimme für jeden Bürger«. In der Praxis der
Repräsentativen Demokratie entscheidet auch Geld über den
Wahlsieg. Bewerber um ein politisches Amt brauchen Geld zur
Finanzierung ihrer Wahl , weshalb ein sehr spendabler Lobbyist
oft ein viel größeres Gewicht erlangt, als viele tausend
Konsumenten . Wie ist es möglich, daß eine kleine
Minderheit eine Mehrheit der Legislative dazu bewegen kann, Programme
zu verabschieden, die einer kleinen Minderheit dienen?
Die Leitlinie Eigennutz und Macht
Nur wenige können der Versuchung widerstehen, noch mehr Einfluß oder noch mehr Macht zu erlangen. Das gilt auch für Regierungen. Als Beispiel diene die derzeitige Staatsquote.
Ein Grund für dieses
Übermaß an staatlichem Dirigismus besteht darin,
daß bei einzelnen Projekten keinerlei Gewinnbremse wirksam
ist (keine absolute »Untergrenze« der
Rentabilität). Wirft die Regierung mit Geld um sich, kauft zu
viele Bomber, zu viele aufwendige Verwaltungsgebäude, etc., wird
sie durch keinerlei Gewinn- und Verlustrechnung gebremst, die
über den wirtschaftlichen Wert dieser Projekte entscheidet. Das
einzige, was diese Projekte brauchen, ist die Unterstützung
durch die Mehrheit im Parlament, und diese kann eine kleine
Minderheit dadurch sicherstellen, daß sie die Wahlkampfmittel
für eine ausreichend große Anzahl von Abgeordneten
bereitstellt. Sobald solche Programme einmal angelaufen sind,
werden sie oft zu einer einflußreichen Institution und
begründen private Interessen, denen sehr daran gelegen ist,
für ihren Fortbestand zu sorgen.
Die kurzfristige
Perspektive
Gewählte Politiker müssen sich häufig einer Wahl stellen - alle 4 Jahre. Und häufig müssen sie ihre Wiederwahl in heißumkämpften Wahlkreisen betreiben. Dieser Druck kann zur Kurzsichtigkeit oder zur Berücksichtigung der kurzfristigen Perspektive bei politischen Entscheidungen führen. Die zeigt sich zur Zeit in der desolaten Lage unserer Schul-,Gesundheits-, Renten-, und Sozialsysteme.
Diese in der Politik zu beobachtende Neigung, nur die kurzfristige Perspektive in Betracht zu ziehen, legt die Vermutung nahe, daß Regierungen sich eher für Programme entscheiden werden, die sich kurzfristig auszahlen, und daß sie vor solchen Programmen zurückschrecken, bei denen sofort Kosten anfallen, während sich die positiven Auswirkungen erst in der Zukunft einstellen. Daraus kann sich ein »politisch induzierter Konjunkturzyklus« ergeben, bei dem die Politiker vor der Wahl wie Fortuna mit einem Füllhorn durchs Land ziehen.
sieh auch als Quelle: Samuelson, P. A.Nordhaus, W. D. (1987):
Volkswirtschaftslehre. Grundlagen der Makro- und MikroÖkonomie,
8. grundlegend überarb. A., Bd. 2, Köln: Oberreuter, 448
ff.